Entwicklungszusmmenarbeit kritisch betrachtet

Eigentlich sollte man sowas ja nicht sagen, eigentlich hat das ja schon fast was diabolisch-boshaftes, aber eigentlich sollte man die eigene Wahrheit aussprechen.

Puuuuuuh, es geht um Entwicklungszusammenarbeit. Vorweg: Ich finde Menschlichkeit und Engagement großartig, auch finde ich, dass die gegenwärtige Situation in vielen Ländern in puncto medizinische Versorgung, Infrastraktur, politische Stabilität, Bildung und Wirtschaft enorm gehoben werden kann, weil im globalen Kontext zu viele Menschen leiden und viele Industriestaate beuten eben ganau diese Staaten aus.

Da kommt man auch so langsam ins Thema. Entwicklungszusammenarbeit und Ausbeuten. OK, es muss hier ein wenig abgeändert werden, vielleicht in „Abhängigkeiten schaffen“. Wie kann man scheinbar gutes Engagement, z.B. den Bau einer Schule mit der konsekutiven Abhängigkeit rechtfertigen?! Ich meine: Was bringt es, wenn von außen Geld in einen Staat gegeben wird und dort dann eine Schule steht, wenn das dazu führt, das betreffender Staat dann immer weiter auf Unterstützung von außen hofft und wartet, statt selbst Maßnahmen zu ergreifen, um Schulen zu bauen? Gar nichts! Staaten halten sich im Besten Fall an die Garantien, die sie den Institutionen oder NGOs gegeben haben, damit diese eben mehr Schulen bauen, statt es aus eigener Kraft zu schaffen. Das kurbelt werder die Infrastruktur, noch die Wirtschaft an, ganz im Gegenteil. Ja und dann hat man wieder ein Druckmittel…

Zudem: Wie wirkt es sich denn auf das lokale gesellschaftliche Klima aus, wenn in einem armen Land auf einmal nur ein bestimmter Kreis eine Schulbildung bekommt (denn für absolut alle können nicht auf einmal Kapazitäten geschaffen werden)? Ich kann mir vorstellen, dass das Fronten verhärten kann.

Und: Was machen denn ganz viele Institutionen? Sie kreieren Clichees und Stereotypen. Auf allen Plakaten sind es immer die armen dunkelhäutigen Kinder mit den großen traurigen Augen, die kein Geld für Schuhe haben… Großartig! Kein Wunder, dass in Industriestaaten die Ansicht vorhanden ist und auch weiter wächst, dass bspw. Afrikaner ungebildet sind und eh nichts aus eigener Kraft schaffen. Das untergräbt so viele Kompetenzen, die sie haben!

Klar, inzwischen hat sich das Modell von der stupiden Entwicklungshilfe hin zur Entwicklungszusammenarbeit gemausert, weil inzwichen eben nicht mehr unreflektierte Arbeit ohne Einbindung der Lokalen geleistet wird und ein Lerneffekt gewünscht ist, der die unabhängige Leistung fördern soll, aber das klappt nicht. Dass die rein finanzielle Unterstützung die Wirtschaft vor Ort zerstört, ist klar, aber wie reflektiert geht man heute an Entwicklungszusammenarbeit heran?

Am Schlimmsten finde ich eigentlich fast die Tatsache, dass es genug Menschen gibt, die helfen wollen, nicht um des Helfens willens, sondern um sich selbst zu profilieren und aufzuwerten. Traurig.

Kritisch, krtisch und sehr diskussionswürdig, man kann mich als dumm und böse verteifeln, ich habe mir das alles aber nicht aus den Fingern gesogen, deswegen zwei Buchtipps:

Dead Aid- Dambisa Moyo

Die Mitleidsindustrie- Linda Polmann