Bittere Verlogenheit der Hilfsorganisationen

Es ist ein Dilemma. Die großen Hilfsorganisationen wie Greenpeace brauchen immer wieder neue Leute, um ihre Aktionen durchzusetzen und unterstützung, auch in finanzieller Form, zu erhalten. Prinzipiell ist das nicht so schlimm. Wenn man sich aus Überzeugung für etwas einsetzt, ist das eine edle Sache. Auch wenn man sich aus Überzeugung auf die Straße stellt und mühsam versucht, Menschen für diese Sache zu begeistern, ist das toll.

Aber: letztens gehe ich durch die Fußgängerzone. Ein junger smarter Typ, 20 Jahre alt, Jura-Student (das habe ich allem im Gespräch mit ihm herausgefunden), recht attraktiv tanzt vor mir her, bis ich anhalte. Greenpeace soll ich unterstützen und gleich meine Kontodaten offenlegen. Kurze Anmerkung: Ich finde Greenpeace toll, was will man prinzipiell gegen den Schutz des Regenwaldes und der Wale auch sagen (die wirtschaftlich-strukturellen Sachen sind wieder ein anderes Thema)?!

Wir unterhalten uns also 10-15 Minuten. Er erzählt mir, wie gut das ist und warum er das unterstützt. Ich weigere mich aus Prinzip trotzdem meine Kontodaten offenzulegen. Infomaterial gab es für mich nicht, nur ein Formblatt für meine Daten. Nachdem ich ihm meine Skepsis erklärt habe, meinte er, ob wir nicht einen Kaffee trinken wollen.

Da war er – der böse Moment des Erwachens. Ich erinnerte mich, davon gehört zu haben, dass große Organisationen Agenturen kontaktieren, um Dialoger (das sind die Menschen, die auf der Straße stehen und eigentlich informieren sollten) zu beauftragen. Das sind also Leute, die jede Organisation überzeugend, professionell und wahrscheinlich effektiv vertreten würden. DAS ist moralische Prostitution. Ich verstehe es, wenn Organisationen auf Grund komplexer Strukturen und weitreichendem Engagement nicht immer genug lokale Personen mobilisieren können, aber das ist nicht richtig! Wenn es um etwas so Wichtiges geht, dann möchte ich auch jemanden vor mir stehen haben, der sich seiner Verantwortung bewusst ist. Hilfe, egal in welcher Form, sollte niemals die reinste Gewissensbefriedigung sein!

Um mich nicht in Rage zu schreiben und das alles nicht negativ enden zu lassen, möchte ich auf Greenpeace‘ Engagement verweisen und vielleicht ein wenig zum Nachdenken damit anregen, denn der Konsument ist letztendlich derjenige, der die Macht darauf hat, Produkte zu kaufen, für die der Regenwald abgeholzt wird (wie z.B. Barbie, der Karton ist aus Regenwaldhölzern gemacht).

Aber hier die Info:
http://www.greenpeace.de/
https://www.facebook.com/greenpeace.international

Advertisements