Apps, Apps, Apps! Aber bitte für jeden!

Wie das Schicksal es wollte, segnete mein Handy letzten Monat das Zeitliche und so stand ich vor der Wahl, was für ein Gerät ich mir als würdigen Handynachfolger kaufen sollte. Ich entschied mich für ein Smartphone – „Hauptsache praktisch und vielseitig“ dachte ich bei dem Kauf.

Zum ersten Mal im Besitz eines modernen Smartphones, wurde die Neugier wach – was kann man damit eigentlich alles machen? Apps mussten her – zum Chatten, Einkaufen, Kochen, Informieren, Lesen und Musik hören – die den Alltag ein wenig amüsanter und einfacher gestalten. Das war ganz nett, aber begeisterte mich nicht wirklich.

Aus meinem Handydesktop sind diese Apps fester BestandteilWas mich wirklich begeisterte waren die Apps, die ich aus den Fachzeitschriften und -zeitungen kannte, die ich während meines Praktikums kennen gelernt habe. Ich entschied mich, U snap, Barcoo und Quickmark zu installieren. Alle drei Anwendungen funktionieren nach demselben Prinzip: man fotografiert oder „scannt“ etwas und erhält Hintergrundinformationen. Bei U snap sind es gekennzeichnete Plakate, bei Barcoo Barcodes und Quickmark scannt QR-Codes. Welch großartige Möglichkeiten sich dadurch eröffneten! Seither scanne ich alles, was mir unter die Finger kommt. Barcoo zeigt mir, wie ökologisch verträglich die Produktion und die Nährwerte meiner gekauften Lebensmittel sind. QR-Codes werden inzwischen auch in Medien eingesetzt, mit einem Scan erhält man vertiefende Informationen zu dem jeweiligen Thema oder Event, mit Quickmark erhält man den Zugang zu dem großen Angebot an Informationen. Mit U snap kann man hingegen an Gewinnspielen teilnehmen. Das Beste: alle drei Apps sind kostenlos!

Nachdem ich allerdings feststellen musste, dass es zwar genug Barcodes gibt, aber bei QR-Code aus dem Newsblatt der Mailingtageweitem zu wenige QR-Codes und kaum U snap-Poster, eigentlich sind mir sogar nur zwei bekannt, fragte ich mich, warum das so ist. Könnte keine Win-Win-Situation entstehen, wenn die Apps populärer wären? Wäre es nicht möglich, dass der Kunde durch das Angebot an kostenlosen Hintergrundinformationen zufriedener und besser unterhalten ist und gleichzeitig der Auftraggeber durch eine engere Kundenbindung profitiert?

Ich kann mir vorstellen, dass Fans von Sportvereinen oder Musikern schnell in App-Aktivität integriert werden können, wenn man sie mit Boni und Specials „lockt“. Das kann jedoch nicht eintreten, wenn niemand überhaupt weiß, dass verschnörkelte Symbole in einem Quadrat ein QR-Code sind und bestimmte Plakate von U snap gelesen werden können.

In der Innenstadt gibt es erste ausklärerische Plakate von U snapOffensichtlich ist es jedoch für die vertreibenden Unternehmen eine Herausforderung, die technischen Möglichkeiten auszukosten. U snap wird von WallDecaux, der Vertriebsmarke der Wall AG, umgesetzt. Die Erfahrung im Bereich der Printwerbung hat die Wall AG – überall in den deutschen Innenstädten sind ihre Plakate zu sehen. Man muss mehr als nur ein Plakat drucken, wenn U snap funktionieren soll. Zur Etablierung des eigenen Produkts benötigt man Aushängeschilder. Bei dem ersten U snap-Plakat, das ich gesehen habe, war Lady Gaga die Werbeträgerin. Darüber hinaus ist es ein logistischer Aufwand, die App zu programmieren, Hintergrundinformationen bereitzustellen, Gewinnspiele und interaktive Aktionen zu koordinieren, etc. Es ist nachvollziehbar, dass Unternehmen misstrauisch sind, da das Konzept noch in den Kinderschuhen steckt und nicht bekannt ist, ob der Aufwand sich überhaupt lohnt.

Obwohl ich keine betriebswirtschaftlichen Kalkulationen angestellt habe, wage ich zu behaupten, dass es sinnvoll wäre, mehr für in die Bekanntheit der Apps zu investieren. Es ist nicht genug, nur Fachmedien zu erreichen! Ein immer größerer Anteil der Erwachsenen ist im Besitz eines Smartphones und ist sich der Möglichkeiten, die sich dadurch eröffnen, wahrscheinlich gar nicht bewusst. Inhalte jeder Art lassen sich geschickt verpacken, ob Politik, Musik, oder Sport. Diese Möglichkeit gilt es zu nutzen, solange die Neugier an der noch nicht alltäglich gewordenen Technik der Smartphones noch nicht erloschen ist. Ohne mein Praktikum wäre ich nicht in den Kontakt mit den einschlägigen Fachmedien gekommen und würde jetzt wahrscheinlich auch eher Doodle Jump spielen, statt nach neuem Scanmaterial zu suchen.

Ich glaube, die Apps müssen mit ihrem jeweiligen Mehrwert stärker promotet werden. Wissen ist Macht und zusätzliches Wissen ist es, was diese Anwendungen uns bieten – schnell, prägnant, überall abrufbar.

Meiner Meinung nach können Scan-Apps einen großen Mehrwert bieten, ob sie nun das ökologische Bewusstsein stärken, Hintergrundinformationen bieten oder sogar Preise bescheren.

Ich persönlich würde es gut und sinnvoll finden, wenn Entwickler von Apps versuchen, ein größeres Publikum zu erreichen und ihre Angebote ausbauen würden, schließlich verbergen sich viele tolle Möglichkeiten hinter dieser Idee.

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