Wasserknappheit zum Ausprobieren

Gerade auf dem bulgarischen Land: Angenehme 30 Grad, Sonnenschein, keine Wolke am Himmel und kein fließendes Wasser. Schwer vorstellbar, dass in Deutschland auf einmal für 1-2 Tage nichts aus dem Wasserhahn kommt. Hier ist das aber keine Seltenheit. Damit das Wasser nicht zu sehr zum Blumengießen verschwendet wird oder falls die Leitungen defekt sein sollten, wird alles abgedreht.

Fließendes Wasser ist gerade nicht zu erwarten

Das heißt: keine Toilettenspülung, kein Wasser aus dem Wasserhahn, keine Dusche. Man hat aber gelernt sich auszuhelfen: In der Regel gibt es in jedem Laden 10-Liter-Flaschen mit Trinkwasser zu kaufen und jeder Zweite hat einen kleinen Brunnen im Garten. Das Wasser aus den Brunnen ist zwar nicht trinkbar, aber reicht für das Nötigste. Es ist nur ein interessanter Denkanstoß, was den Konsum betrifft und ob Erfindungen wie Waschanlagen überhaupt nötig sind.

Konsum steigt, Ressource Wasser wird knapper

Alles halb so wild hier, das gehört zum Flair dazu. Viel schlimmer ist, was auf dem Rest der Welt passiert. Die bpb klärt auf: „über 900 Millionenen Menschen haben keinen sauberen Zugang zu sauberem Trinkwasser“, wohingegen der Wasserverbrauch sich in der westlichen Welt im vergangenen Jahrhunder drastisch erhöht hat. Den Angaben nach verbraucht jeder Deutsche im Schnitt 4000 Liter Wasser pro Tag!

Mit der Wasserknappheit und dem damit verbundenenen Fehlen von sanitären Einrichtungen sind Krankheiten verbunden, aber auch boshafte wirtschaftliche Spiele mit dem Kampf um Trinkwasser. Damit verbunden sind natürlich Konflikte, denn jeder weiß, dass es ohne Wasser kein Überleben kann.

In Stockholm wurde bei der Internationalen Wasserwoche, die am 21.08.11 begann, darüber debattiert, ob Wasser den Status des Menschenrechts tatsächlich hat und wie in Zukunft damit umgegangen wird. Darüber hinaus ist die Urbanisierung ein großes Thema. RP-Online beschrieb, wie Mexico-City jährlich fünf bis 40 cm absinkt, da die Grundwasserreserven bei steigender Bevölkerung ausgereizt werden.

Landwirtschaft bedarf am meisten Wasser

Erschreckend finde ich die von der Welthungerhilfe gestellte folgende Grafik: Wasserverbrauch4c1

Sie zeigt, dass die Landwirtschaft in der Industrie das meiste Wasser schluckt. Natürlich, die Bevölkerung muss ernährt werden, natürlich heißt das auch, dass bei steigender Bevölkerungszahl mehr Wasser zur Bewässerung von Pflanzen aufgebraucht wird. Kritisch finde ich dabei den Gedanken, dass ein bestimmter Teil dieser Pflanzen gar nicht zum Menschen kommt, sondern an Tiere verfüttert wird, die dann wieder als Schnitzel auf dem Tisch des reichen Mannes enden. Ich will gar nicht nach Statistiken suchen, wie viele Menschen mit dem „Tierfutter“ hätten ernährt werden können. Was hast das nun unterm Strich: kein Wasser UND kein Essen für viele Menschen. Vor alle auf dem afrikanischen Kontinent zeichnen sich dramatische Entwicklungen ab. Die gegenwärtige Dürre und Hunger in Ostafrika waren in diesem Monat nur ein kleiner Einbick in das Leben ohne Wasser.

Viele Aspekte beeinflussen die Wasserentwicklung: Wirtschaft und Konsum, das Bevölkerungswachstum und Klimaveränderungen. Die Verantwortung liegt wieder einmal bei den Industriestaaten, Beschlüsse zu treffen, um große Veränderungen zu bewirken, aber auch bei jedem selbst. Duschen statt Baden z.B. – das lernt doch jedes Kind.

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