Digitaler Rassismus? Die „Juden-App“

BBC titelte heute, dass Apple in Frankreich eine App herausgebracht hat, die anzeigen soll, welche Prominenten jüdisch sind -„jew or not jew“. CBS erklärt, dass die Gruppe SOS Racisme in Anbetracht zieht, Apple zu verklagen, da ein Gesetz, das nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankreich erlassen wurde, verbietet, persönliche Daten, einschließlich des Glaubens, öffentlich preiszugeben. So viel zu den Fakten.

Für mich ist es nicht nur fraglich, ob es gegen die persönlichen Rechte der öffentlichen Figuren in dieser App verstoßen wird, sondern was das eigentlich soll.

Warum ist es wichtig, ob jemand zu einer bestimmten Religion gehört? Was sagt dies über Lebensstil, Ansichten und Fähigkeiten aus? Nichts! Die bloße offizielle Zugehörigkeit sagt meines Erachtens recht wenig darüber aus, wie ein Mensch lebt.

Soll hier eine Bevorzugung oder Benachteilung von Personen einer Glaubensrichtung entstehen? Mir ist der Sinn dieser App wirklich nicht deutlich geworden. Ich befürchte, dass es nur Vorurteile und falsches Gedankengut schürt, sowie auch noch Pauschalisierung, Schubladendenken und Stereotype fördert.

Vielleicht fehlt mir ein Blickwinkel, eine Einsicht, ein Verständnis, welchen Nutzen das haben soll und ob es überhaupt Vorteile gibt, da ich nur Nachteile sehe, wer mir den Horizont erweiter kann, möge das tun.