Bringen sich soziale Netzwerke selbst um?

Als kleiner Web 2.0-Nerd beobachte ich gerne die gegenwärtigen Entwicklungen in der social-media-Landschaft. Mir kommt es so vor, als würden sich die großen sozialen Netzwerke langsam ihr eigenes Grab schaufeln.

Man liest und sieht Berichte darüber, dass Beiträge und Daten aus Facebook nicht gelöscht, sondern archiviert werden, selbst wenn man diese entfernt. Dies ist nun herausgekommen, als ein Student seinen Datensatz eingefordert hat und nach drei Jahren Mitgliedschaft 1200 (!) Seiten über sein Leben erhielt. Dummerweise erklärt sich jeder Benutzer mit dem Akzeptieren der AGBs dazu bereit.

Es sind der Krieg um die Daten und die Ungewissheit, was damit passiert, die die gegenwärtige Debatte bestimmen. Ich bin über einen Artikel auf die These aufmerksam geworden, dass Facebook und Google+ auf lange Sicht verstaatlicht werden könnten, wenn sie weiterhin ihr Machtposition ausbauen und auf dubiose Art mit Daten umgehen und Pseudonyme nicht akzeptieren.

Mit stellt sich die Frage, inwieweit der allgemein User diesen Zirkus mitmachen wird. Immer mehr Funktionen, unübersichtliche neue Layouts bei Facebook und der Zwang, seine echte Identität preiszugeben und natürlich die Weitergabe und Archivierung der Daten.

Facebook ist gegenwärtig noch in einer Monopolstellung in vielen Ländern und wer ein Monopol hat, hat die Macht. Wenn die Spirale der Daten sich allerdings so weiterdreht und immer mehr einsaugt, glaube ich, dass dies den Erfolg der sozialen Netzwerke bremsen könnte. Auch wenn viele Vorteile durch die Plattformen entstehen, ich mag nicht glauben, dass der User alles mit sich machen lässt und dann wieder über klassischere Online-Kommunikationswege kommuniziert, wie z.B. E-Mail und Skype.