Start des Erasmus-Lebens in Madrid

Seit fünf Tagen bin ich in Madrid und ich glaube, es ist für jeden anfangs nicht so einfach, in einem neuen Land, in dem man die Sprache nicht perfekt beherrscht, sich einzuleben und alles zu regeln. Vor allem wenn man als Erasmus-Student verspätet ankommt, so wie es bei mir war. Aber dennoch möchte ich meine ersten Beobachtungen schildern:

Wohnung: Die Wohnungslage in Madrid ist wirklich schrecklich, die Preise im Zentrum sing unglaublich hoch, für ein kleines Zimmer zahlt man zwischen 350 und 450 Euro und dabei ist man im Prinzip nur mit dem Nötigsten versorgt. Ich wohne jetzt in einer WG in einer guten Lage in der Stadt, recht zentral mit guter U-Bahn-Anbindung. Ich habe sieben Mitbewohner, wir haben eine schöne große Küche und ein gemeinsames Wohnzimmer mit Fernseher. Darüber hinaus gibt es drei Bäder, in meinem Zimmer habe ich jedoch neben Bett, Schreibtisch und Schrank noch ein eigenes Waschbecken und einen eigenen Kühlschrank. Im Prinzip leben hier nur Ausländer, spanische Studenten wohnen meistens noch bei ihren Eltern, weil es günstiger und einfacher ist. Aus Deutschland, Frankreich, Italien und Mexiko haben sich einige Leute in meiner WG zusammengefunden, aber zum Semesterstart gibt es einen bunten wechsel.

Campus Fuenlabrada
Campus Fuenlabrada

Universität: Meine bisherigen Eindrücke von der Universidad Rey Juan Carlos sind gemisch. Einerseits gefällt mir die Lehrart – die Kurse bestehen aus einem Teil Theorie und einem Teil Praxis. Aber auch in dem Theorieteil werden keine Theoretiker und ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse diskutiert, sondern Praxisbeispiele sind gefordert. Zumindest in meine Fachbereich, der Kommunikationswissenschaft.
Die Organisation hingegen ist eher schlecht, viele Dozenten haben kein Verständnis dafür, wenn man zu spät zum Semesterstart ist, der hier am 9. Januar war, selbst wenn man daheim noch Klausuren schreiben musste. Man bekommt recht viel Druck von den Koordinatoren mit, seine Papiere und Anträge schnell auszufüllen, sodass die Anfangsphase sich nicht so angenehm gestaltet.
Die Uni ist an sich jedoch sehr modern. Erst 1998 gegründet, ist die technische Ausstattung der Campi wirklich sehr gut, die Bibliothek hingegen ist nicht so gut besetzt. An der Universtität gibt es recht viele, die aus dem Ausland kommen, aber so sehr man es auch gewöhnt ist, mit Englisch kommt man nicht weiter, man ist gezwungen Spanisch zu sprechen, da ein großer Teil der Studierenden aus Südamerika kommt, an anderer großer Teil aus Portugal, Frankreich und Italien, denen Spanisch leichter fällt.

Leben: Madrid ist bunt, es gibt viele Angebote für die Freizeitgestaltung, aber es hat alles einen stolzen Preis – außer die Cerveceria 100 Montaditos, eine Art Kneipe, wo das spanische Bier (erinnert an Kölsch) nur einen Euro kostet. Mittwochs kosten die Speisen auch nur einen Euro, dementsprechend ist es sehr hektisch, laut und voll. In den Supermärkten sollte man definitiv einheimische Produkte kaufen, die von der Qualität ähnlich wie die uns bekannten Marken sind, aber ungefähr halb so viel kosten.
Interessant ist dabei zu beobachten, dass in einigen Supermärkten Produkte wie harte Spirituosen und Kondome (!) in einem abgeschlossenen Fach gelagert werden.

Alles in einem hoffe ich, dass die anfängliche Hektik und der Stress vergehen können und viele weitere schöne Eindrücke folgen werden!

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