Gute Paella, schlechte Paella und erste Kulturereignisse

Ich frage mich, warum etwa 30% der Spanier ein und denselben Schal tragen – beige mit schwarzem Karo-Muster, ungelogen! Da es nun aber viel zu warm für einen Schal ist, fallen mir andere Sachen auf, die man vielleicht unter dem Bereich Kultur fassen könnte, natürlich aus der ganz klassichen Touristensicht, exklusiver Zugang zu dem authentischen Leben habe ich noch nicht gefunden. Dennoch möchte ich meine Eindrücke schildern.

Man kennt KFC, aber FFC?!
Man kennt KFC, aber FFC?!

Küche: Ich liebe Essen, ich liebe es, typische Gerichte auszuprobieren und mich von neuen Geschmäckern begeistern zu lassen. Deswegen habe ich versucht, hier einige Speisen auszuprobieren, die es in Deutschland so nicht gibt – darunter Klassiker wie Churros (ein würstchenförmiges Fettgebäck), Tortilla de Patatas, Paella (eine Kunst für sich – von sehr guter und reichhaltiger Paella, bis zum faden Reisgericht ist alles möglich), diverse Schinken, Schinken-Kroketten und mein bisheriges Befinden ist, dass es mir an Gemüse fehlt! Sehr viele Gerichte hier sind gebraten/ frittiert und es fehlt oft an einer Gemüsebeilage und Gewürzen, dafür gibt es allerdings sehr viel Brot, eigentlich zu fast allem. Es kann daran liegen, dass ich mir die falschen Orte zum Ausgehen ausgesucht habe oder es in Madrid als Großstadt öfter einfache und schnelle Gerichte gibt, aber mir fehlt es ein wenig an Rafinesse, wie z.B. in der französichen oder Leichtigkeit wie in der italienischen Küche. Wer allerdings Fleisch liebt, wird allgemein in Spanien zufrieden sein – eine unglaublich große Bandbreite an Schinkensorten macht es schwer zu widerstehen, denn für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Darüber hinaus variieren die Preise, günstige Orte sind jenseits der Touristenmeilen gut zu finden, im Zentrum können die Preise hingegen astronomische Höhe erreichen, aber das kennt man aus allen Touristen- und Großstädten.

El Rastro: Als Touri sollte man El Rastro besuchen – es ist der größte (Floh-) Markt Madrids, der jeden Sonntag bis 15 Uhr offen hat. Der eine Teil besteht tatsächlich aus second-hand-Dingen, man kann viele interessante und coole Sachen finden – besonders alte Zeitschriften, CDs, Kasetten und Schallplatten, aber auch viel Kitsch und „Müll“ wird verkauft – typisch für Flohmärkte.
Der andere Teil besteht eigentlich nur aus kommerziellem chinesischen Zeug, T-Shirts, Unterwäsche, Handyhüllen… ziemlich langweilig, gewöhnlich und etwas enttäuschend. Auch wenn es keine richtigen Schätze gab, war es dennoch interessant, El Rastro zu besuchen.

Club Joy

Feiern: Ich empfinde die örtliche Feierkultur als gar nicht so spektakulär, wie sie sonst angpriesen wird. Die Getränke kosten gerne um die acht Euro, die Diskotheken, Bars und Clubs sind oft sehr schön und stilvoll eingerichtet, aber darüber hinaus, bekommt man denselben Standard wie in allen anderen Städten – Chartmusik, Mädchen in engen Kleidchen und schlechte Gogo-Tänzerinnen, ich habe in Berlin schon bedeutend individuellere und wildere Feiern gesehen. Allerdings beginnen die Spanier etwas später mit dem Feiern – man fängt mit der Party gerne erst um zwei Uhr nachts an.

Ausstellung „Da Vinci – El Genio“ – sehenswert!

Kulturelles Highlight: In Madrid scheinen Besuche von Museen und Ausstellungen unglaublich billig zu sein, das musste ich nutzen. Für nur vier Euro besuchte ich eine Ausstellung über Leonardo Da Vinci, einschließlich eines einleitenden 3D-Films über sein Schaffen. Zunächst gab es fast nur Kopien seiner Werke, was mich enttäuschte, jedoch konnte man zu einem späteren Zeitpunkt auch Originale bestaunen – unter anderem „Das letzte Abendmahl„, ein unglaublich beeindruckendes Gemälde, das größer ist, als man es sich vorstellt – es ist über neun Meter breit und über vier Meter hoch und sehr eindrucksvoll. Das Gemälde auf der Ausstellung zu finden, war eine sehr angenehme und erfreuliche Überraschung. Wer gerade in Madrid ist (oder bald hinreist) und Kunst mag, sollte sich das nicht entgehen lassen, man hat noch bis zum 02. Mai Zeit, um die Werke Leonardos zu besuchen.