Kunst und Katerfrühstück

Eine weitere Woche in Madrid ist vergangen und so langsam stellt sich das Gefühl ein, anzukommen. Wirklich viel ist nicht passiert, Routine sei Dank, aber dennoch kommen stets neue Eindrücke hinzu.

Uni: Nun, die Uni ist nicht gerade auf dem anspruchvollsten theoretischen Niveau, nach wie vor warte ich auf neue Erkenntnisse, doch diese kommen einfach nicht. Dafür ist die Lehre nach wie vor sehr praktisch, der Umgang mit diversen Programmen für die Arbeit mit Bild/Ton/Animation wird genauso geschult, wie z.B. die Handhabung von professionellen Kameras. Das wirkt zwar nicht sehr akademisch, aber ist dennoch für den Bereich der Kommunikationswissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit wichtig, um ein Gefühl für Produkte und Arbeit zu erhalten, was in Deutschland oft nicht der Fall ist.

Ausgehen: Ich denke, es wird tatsächlich zur Tradition hier, mittwochs Montaditos (kleine belegte Brötchen) für je einen Euro zu essen, auch wenn es im Lokal stets brechend voll ist und man sehr viel Glück haben muss, um einen Sitzplatz zu erhalten. Dennoch empfehlenswert und vor allem lecker.
Was das Nachtleben betrifft kommen recht wenige Überraschungen – man feiert ausgelassen und lang bis in die Morgenstunden. Obwohl es verboten ist, auf der Straße Alkohol zu trinken, wird nachts auf den großen Plätzen der Stadt immer irgendwo ein Botellón stattfinden, also das kollektive Vortrinken. Interessant ist, dass Migranten sich etwas dazuverdienen, indem sie auf den besagten Plätzen Bier für einen Euro verkaufen – die Polizei unternimmt dagegen nichts.
Kurz vor Madrid befindet sich die Diskothek „Fabrik„, die vom DJ Mag auf Platz zwei der Welt bewertet wurde. Dort war ich also, um mir Martin Solveig (größter Hit: Hello) anzuschauen.

Im Grunde war es eine riesige Diskothek mit schönem großen Außenbereich, 5000 Menschen passen hinein und die Getränke kosten zehn Euro. Auf jeden Fall einen Besuch wert, aber es fühlte sich nicht wie der zweitbeste Ort zum Feiern an.
Dennoch war die Party lang und ausgelassen und mit dem Aufwachen hatte ich das unstillbare Bedürfnis nach spanischen Schinkenkroketten – die puren Kalorienbomben, definitiv prädestiniert als Katerfrühstück!
Das Gute an Madrid ist das Angebot – in den kommenden Wochen werden u.a. auch die Chemical Brothers, LMFAO und Paul Kalkbrenner auftreten.

Kultur: Da man ja nicht nur Feiern kann, bzw. es nicht sollte, habe ich das Nationalmuseum Prado besucht. Der Eintritt ist für Schüler und Studenten bis 25 Jahren kostenlos! Man bekommt ein unglaublich großes Kunstangebot, u.a. kann man Werke von Rembrandt, Dürer und Botticelli bestaunen. Über 3000 Gemälde hängen im Prado, natürlich habe ich mir nur einen Bruchteil ansehen können, aber der Besuch wird auf jeden Fall wiederholt – es kostet mich ja schließlich nichts!

 

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