Mission: Portugal in 48 Stunden

Dank günstiger Anbieter kann man günstig und spontan einen Kurzurlaub planen, also habe ich mit Easy Jet einen Flug und ein Hotel in die Hauptstadt Portugals gebucht und konnte einige nette Eindrücke sammeln.

Entgegen der Annahme, dass Hauptstädte tendenziell hektisch und chaotisch sind, ist Lissabon ein kleines, recht ruhiges Städtchen, das mit verschiedenen kulturellen Einflüssen, einem hübschen historischen Stadtzentrum und sehr freundlichen und aufgeschlossenen Bewohnern punkten kann.

Mosteiro dos Jerónimos
Mosteiro dos Jerónimos

Knapp eine halbe Million Einwohner beherbergt die Stadt, die im Zentrum sehr auf den Tourismus angelehnt ist – Kneipen, Cafés, Restaurants und viele Hotels prägen das Stadtbild im Zentrum. Die Portugiesen sprechen zu großen Teilen sehr gutes Englisch, sodass die Kommunikation für Touristen kein Problem darstellt. Darüber hinaus sind sie sehr hilfsbereit und stets freundlich und höflich. Die Preise sind im Vergleich zu anderen europäischen Haupstädten recht günstig und man kann bequem mit dem Nahverkehrsnetz (U-Bahn, Straßenbahn und Bus, fünf Euro für das 24-Stunden-Kombiticket) alle Punkte erreichen.
Neben dem Stadtzentrum kann man den Torre de Belém  und das Mosteiro dos Jerónimos ( beides Kulturerbe der UNESCO) besuchen , die wahrlich architektonische Meisterwerke sind.

Kabeljau mit Bohnen und Kartoffeln
Kabeljau mit Bohnen und Kartoffeln

Kulinarisch gesehen werden die Liebhaber von Meeresfrüchten und Fisch vollkommen auf ihre Kosten kommen, besonders Garnelen und Kabel jau werden in verschiedenen Variationen angeboten, die man aus Deutschland nicht kennt.

Da man Lissabon recht schnell viel von Lissabon sehen kann, lohnt ein Trip in die

Nahegelegene Kleinstadt Sintra. Nach nur 40 Minuten mit dem Zugfahrt (Hin- und Rückfahrt kosten nur knapp vier Euro) und einem kurzen Fußmarsch kann man jahrhundertealte Paläste und das charmante Stadtzentrum besichtigen. Leider ist auch dort alles sehr auf den Tourismus ausgelegt (viele Orte in Sintra sind ebenfalls UNESCO-Kulturwelterbe), sodass man das Gefühl hat, von mehr Touristen, als von Portugiesen umgeben zu sein, das authentische Gefühl geht dabei verloren.

Protest-Aufkleber auf dem "Oso y el Madroño"
Protest-Aufkleber auf dem "Oso y el Madroño"

Zwischenzeitlich in Spanien: Am vergangenen Donnerstag, dem 29. März, fand ein Generalstreik statt, der die Gemüter erhitzte. Besonders die Gewerkschaften riefen dazu auf, die Arbeit niederzulegen, um gegen Arbeitsreformen, die bspw. den Kündigungsschtz von Arbeitnehmern angreifen, zu protestieren – mit mäßigem Erfolg. Die meisten Geschäfte und die Gastronomie folgten dem Aufruf nicht, zu groß wäre der Verlust der Einnahmen, die gerade in der Wirtschaftskrise so wichtig sind. Da Müllabfuhr und große Teile des öffentlichen Nahverkehrs jedoch tatsächlich zum Stillstand kamen, war für die Bewohner Madrids der Streik dennoch zu spüren – auch nicht zuletzt durch die unglaubliche Fülle an Aufklebern und Graffitis.

Was die Spanier noch bewegt ist die „Semana Santa„, die Karwoche. Große Prozessionen finden im ganzen Land statt. Vor allem aber in Andalusien ist die Karwoche mit ihren Umzügen ein wichtiges Ereignis, wegen des Regens konnten bspw. in Sevilla die Feierlichkeiten nicht stattfinden, die Arbeit eines ganzen Jahres ist zunichte. Die Bedeutung dessen kann man damit vergleichen, als würden Rosenmontagsumzüge in Köln ausfallen.