Die Halbzeit ist rum – Endzeitstimmung, … oder auch nicht!

Bereits Anfang Mai endet das Semester an der Universidad Rey Juan Carlos, nur wenige Klausuren werden im Juni geschrieben. Für viele Erasmus-Studenten heißt das, dass sie bald in ihre Heimat zurückkehren und was passiert? Endzeitstimmung! Nicht selten fallen Sätze wie „Das war die beste Zeit unseres Lebens“, „Ich habe hier die verrücktesten und interessantesten Menschen getroffen“ oder „Ich werde nie wieder so eine großartige Zeit haben wir hier“.

Ja, es stimmt, Madrid bietet schon ein großartiges Leben, auch wenn man die Uni dafür ein wenig vernachlässigen muss. Das Studium hier hat nämlich einiges von uns abverlangt, man darf es nicht unterschätzen, in einem neuen System zu studieren, in einer Sprache, die man nicht vollkommen beherrscht und vor allem darf man auf nicht allzu viel Unterstützung hoffen – man ist in puncto Logistik und Organisation meistens selbstverantwortlich und auf sich allein gestellt. Es kostet viel Kraft manchmal, aber es ist zu schaffen, wenn man sich an die hiesigen Spielregeln hält, aber so ist das stets, wenn man in ein fremdes Land reist.

Für mich ist gerade einmal die Hälfte des Auslandsaufenthaltes herum, ich bleibe noch! Man muss sagen – und damit mache ich mich bestimmt nicht beliebt -, dass hier viele Superlative ausgesprochen wurden von Erasmus-Studenten, die vorher noch nicht so viel Freiheit und Selbstständigkeit genossen haben und dass sehr viel Euphorie und Oberflächlichkeit im Spiel waren und mit Sicherheit diese zu einem gewissen Maß verpuffen werden.

Wer sich fast nur dem Feiern hingegeben hat, wird weniger mitnehmen. Natürlich, wir sind alle ausgegangen, wenn man jung ist, sollte man das vielleicht auch tun, aber es gibt doch mehr als das, wenn man ein wenig bedacht gehandelt hat. Respekt denjenigen, die sich vollkommen dem Studium ergeben  haben!

Von meinen ganzen Bekanntschaften werden mir maximal eine Handvoll bleiben, das war auch zu erwarten, aber um die bin ich umso glücklicher.

Erasmus ist ein gutes Programm, es bietet die Gelegenheit über sich selbst hinauszuwachsen und in einem internationalen Umfeld zu leben, aber selbst wenn die ganzen Partys überschwänglich sind, ist das Ende von Erasmus nicht das Ende der Welt. Letztendlich sind die Partys auf der ganzen Welt überall die gleichen und großartige Leute kann man jeden Tag treffen. Weg von den Superlativen, hin zur Wertschätzung!