EM 2012 – Politik, erhitzte Gemüter, schwache Nerven

Fairness und Sportlichkeit sollten im Vordergrund stehen, doch bei der Euromeisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine glauben wohl lediglich nur noch die Spieler daran. Erstaunlich wenige gelbe und rote Karten wurden in diesem Jahr verteilt – man begegnet sich mit Respekt.

Was zwischenzeitlich bei den Fans und in der Presse vor sich geht, ist eine andere Geschichte, die einerseits nervt, andererseits traurig ist!

Obwohl die meisten Fans sich doch recht gut zu verhalten wissen, kommen auch unfaire und gemeine Kommentare im Internet (Facebook und Twitter) vor.

Schon immer war der internationale Fußball die Projektionsflläche von Klischees, mal lustig und mit einem zwinkernden Auge gemeint, mal tatsächlich mit ernsthaftem Rassismus als Hintergrund. In diesem Jahr pikieren sich manche über Mario Balotelli. Glücklicherweise ist letzteres aber meiner Meinung nach nicht der Mehrheitsfall, aber die Presse reagiert in Deutschland aber höchstsensibel. Sofort handelt es sich um ein gesellschaftliches „Phänomen“, die europäische Politik scheint von dem Ergebnis der EM abhängig zu sein, auch wenn es in zwei Monaten aus dem Gedächtnis des normalen Bürgers verschwunden sein wird. Bis dahin ist Fan-Sein quasi gleichgesetzt mit NPD-Mitgliedschaft (überspitzt formuliert).

Wir alle wissen, dass Rassismus ein echtes Problem ist, aber diese oberflächliche, aufgebauschte Diskussion, die gerade einfach nur die EM als Aufhänger benutzt, wird die Gesellschaft und das Denken nicht ändern.

ZeitOnline und SpiegelOnline berichten, zeigen aber auf, dass der Deutsche sogar ein wenig zu kritisch und nahezu boshaft mit sich und seiner eigenen Identität umgeht.

Im Grunde müsste man sich etwas weniger aufregen, es ist „nur“ Fußball (bitte liebe Fans, nicht böse sein!) und auf die folgenden Herrschaften achten, die durchaus faire Kommentare geschrieben haben.

Mich nerven die ganzen politischen Anspielungen und Klischees, hinter den „faulen Griechen“, den „Spaghettifressern“ und sonstigen Teilnehmern der EM stehen nach wie vor Sportler und normale Fans, was die hitzige Diskussion immer soll, verstehe ich nach wie vor nicht.

Artikel aus SpiegelOnline

Artikel aus ZeitOnline