Kurz und knapp: Solidarität neu beleben!

Was wurde aus dem feministischen #Aufschrei, der im Januar 2013 die sozialen Netzwerke durchrüttelte? Wie viel bringen die Solidaritätsbekundungen gegen Gewalt an Afro-Amerikaner 50 Jahre nach der Bürgerrechtsbewegung? Wie sehr ist die Pressefreiheit gestärkt nachdem die Empörung über den Anschlag auf Charlie Hebdo abebbt? Wird ASL bekämpft nachdem literweise Wasser für die Ice Bucket Challenge verbraucht wurde?

Obwohl es nie so einfach war, politische und gesellschaftliche Solidarität zu bekunden, ist es auch immer häufiger nur eine leere Floskel. Solidarität ist in den sozialen Netzwerken zwar angesagt, aber wenn es um Taten geht, sieht es in der deutschen Gesellschaft schlecht aus. Während 1990 der Deutsche Gewerkschaftsbund noch über 11 Millionen Mitglieder hatte, halbierte sich die Anzahl nahezu auf 6 Millionen. Der Arbeiterkampf wirkt verstaubt und lästig.
Auch wenn es um lebensrettende Maßnahmen geht, ist die Tendenz negativ: sowohl Blut- als auch Organspender werden immer weniger. Der Geldbeutel sitzt ebenfalls bei weniger Menschen locker – Hilfsorganisationen registrieren eine gesunkene Spenderanzahl, immerhin steigt das Spendenvolumen.

Was als Konsequenz des vorherrschenden Individualismus und zunehmenden Leistungsdrucks interpretiert werden kann, hat eine gefährliche Sprengkraft. Es ist an der Zeit, Solidarität wiederzubeleben, nicht nur um die langfristige Unterstützung für das Sozialsystem zu gewährleisten, sondern auch um den gesellschaftlichen Frieden zu sichern – frei nach dem Motto „Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“.

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