Arbeitslose Akademikerin – Woche 6 und 7: Man ist nicht allein!

Es sind inzwischen knapp zwei Monate vergangen, seitdem ich diese Kolumne gestartet habe und über sieben Monate seit meiner ersten Bewerbung. Was sich besonders herauskristallisiert hat, sind einige wichtige Erkenntnisse.

1. Man ist nicht allein in dieser Situation. Ich habe viele Nachrichten erhalten, in denen mir Leser von ähnlichen Erfahrungen berichtet haben, zum Teil von sehr langwierigen Phasen, in denen die Jobsuche über ein Jahr gedauert hat oder man sich von Befristung zu Befristung gehangelt hat. Das gibt Mut – man ist nicht allein im Boot und sollte sich weder von Frustration, noch Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten auffressen lassen.

2. Die Menschen haben Verständnis. Eben aus dem vorherigen Grund, verstehen viele Arbeitnehmer, aber auch Arbeitgeber, wenn sich eine Lücke im Lebenslauf bildet – das ist noch kein Grund zur Panik. Mir wurde berichtet, wie manche Stellen nur pro forma ausgeschrieben wurden, obwohl ein Kandidat schon feststand und wie schwierig es ist, an die wertvolle Information zu kommen, falls es nur interne Ausschreibungen gibt. Ja, es ist in der Tat schwierig – aber die meisten verstehen das!

3. Es lohnt sich nach Hilfe zu bitten. Ich habe festgestellt, dass meine offensive Art mit der Arbeitslosigkeit umzugehen für mich positive Seiten hatte. Ich habe Tipps bekommen, wie ich meinen Lebenslauf verbessern kann, habe um Feedback gebeten, weshalb ich nach einem Bewerbungsgespräch abgelehnt wurde und wie ich mich überzeugender präsentieren kann. All diese kleinen Punkte machen in der Summe einen kleinen Unterschied aus, der mich zu einer besseren Bewerberin macht und langfristig zum Erfolg führen wird.

4. Es macht nur Sinn, sich für Positionen zu bewerben, an denen man tatsächlich interessiert ist. Wie bereits früher erwähnt, halte ich nichts davon, einen steifen Weg zu verfolgen – schließlich öffnen sich auch neue Türen und man hat mehr als nur eine Hauptkompetenz und einen Interessensschwerpunkt. Nichtsdestotrotz habe ich festgestellt, wie die Qualität und die Motivation bei der Bewerbung nachlassen, wenn man sich bei dem angestrebten Job nicht wohl fühlt. Ich habe Bewerbungsprozesse abgebrochen, weil ich wusste, dass es nicht die richtige Stelle für mich ist und ich daher nicht das Maximum aus meinen Fähigkeiten rausholen könnte.

Zu guter Letzt ist der Zeitpunkt gekommen, um mich für den ganzen Zuspruch, die konstruktive Kritik und die Hilfsbereitschaft zu bedanken. Das macht die ganze Situation nicht nur viel leichter erträglich, sondern auch spannend, wenn man so viele unterschiedliche Erfahrungen mitbekommt. Ich denke diese Erkenntnisse können für jeden gelten, der in einer ähnlichen Situation ist – man ist nicht allein mit all den Herausforderungen!
Deswegen interessiert mich wieder – welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich bei Ihnen im Laufe der Zeit eingestellt?

Lesen Sie auch meine Gedanken aus den vorherigen Wochen:
Arbeitslose Akademikerin – Woche 1: Neue Fähigkeiten
Arbeitslose Akademikerin – Woche 2: Angst frisst Seele
Arbeitslose Akademikerin – Woche 3: Mit Xing und LinkedIn warm werden
Arbeitslose Akademikerin – Woche 4: Das Bewerbungsgespräch: sinnvoll oder oberflächlich?
Arbeitslose Akademikerin – Woche 5: Was will ich eigentlich?

Foto: Creative Commons; Sombilon Photography

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