Meine Gründe wählen zu gehen

Es ist der 22. August, am 22. September wird gewählt – die Bundestagswahl steht an und es ist an der Zeit sich zu überlegen, was die eigene Stimme bringt und warum man wählen sollte. Ich werde auf jeden Fall wählen gehen, das ist meines Erachtens die moralische Pflicht eines jeden Bürgers, der durch Passivität nicht bewusst protestiert. Einige Gründe dafür habe ich hier aufgeführt:

1. Ich bin nicht einverstanden mit der Politik des Schweigens der Kanzlerin (Euro-Krise, NSA-Skandal, NSU und rechtsextreme Tendenzen, etc.) – Dialog kann nur durch ein neues Machtverhältnis entstehen.

2. Ich habe ein Erasmussemester in Spanien studiert, ein Praktikum in Bulgarien absolviert, werde für meinen Master nach Polen und Dänemark gehen – viele Menschen in der EU haben ähnliche Erfahrungen gemacht und davon in vielerlei Hinsicht profitiert – der gegenwärtigen Regierung fehlt es an Gefühl und Verständnis für die Besonderheiten der Europäischen Union: Austausch, Mobilität, Kooperation und Frieden sind trotz politischer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten die Tendenz in der EU.

3. Ich halte die Herdprämie für eine miserable Idee, die berufstätige Mütter nicht fördert, sondern schwächt. Bessere Betreuung in Fimen, Kindertagesstätten, etc. sollte wichtiger sein.

4. Es ist beschämend für ein Land wie Deutschland einen Innenminister zu haben, der eine zweifelhafte Plakatkampagne gegen Islamisten veröffentlicht, die ein schlechtes Bild auf den ganzen Islam wirft oder gegen Personen mit Migrationshintergrund oder Asylbewerber hetzt, sich aber für gezielte Suche nach Fachkräften ausspricht. Schluss mit der Diskussion um Humankapital!

5. Wie soll ich einer Kanzlerin vertrauen, deren „vollstes Vertrauen“ nichts wert ist (siehe Guttenberg, Schavan)? Gar nicht.

6. Im Jahr 2013 sollte eine progressive Gesellschaft so weit sein, dass sie gleichgeschlechtliche Liebe mit der heterosexuellen gleichsetzen kann – dies sollte eine Regierung, die auch für homosexuelle Paare wirkt, unterstützen und nicht blockieren

7. Arbeit muss sich lohnen – ein Mindestlohn ist nicht umsonst in vielen anderen Ländern bereits eingeführt. Deutschland hinkt hinterher. Besonders soziale Berufe (Kinderbetreuung, Kranken- und Altenpflege) sollten wieder attraktiver und gerechter vergütet werden.

8. Ich habe keine Lust in einer Reihe mit altgewordenen und aus der Mode gekommenen „Prominenten“ in einer Reihe zu stehen 😉

9. Gegen eine politikverdrossene Gesellschaft! Politik muss wieder näher und verständlicher für den Wähler werden, doch einfach nichts zu tun, wird nichts ändern.

10. Ich mag Deutschland! Fortschritt kann nur durch eine aktive Gesellschaft kommen und das wünsche ich mir.

Das ist nur eine subjektive Meinung, es ist in Ordnung, wenn man den Punkten widerspricht und die Regierung beibehalten will und das ist gut so – von Diskurs und Diskussion lebt eine Demokratie. Sie gilt es weiterhin beizubehalten. Für das Wahlrecht haben Menschen in der Geschichte gekämpft – nicht nur Frauen und Minderheiten, sondern alle. Bis heute gibt es nicht überall freie Wahlen, Menschen kämpfen und protestieren für dieses Recht in Ländern, in denen Wahlen eher einer Farce gleichen. Vielleicht ist es uns in good old Germany ein wenig zu gemütlich geworden, irgendwie läuft ja auch alles, aber das ist kein Grund, um sein Wahlrecht nicht in Anspruch zu nehmen.

Ich diesem Jahr wird die Bundestagsjahr besonders wichtig – im September wird die politisiche Zukunft für die nächsten vier Jahre bestimmt und diese wird höchstwahrscheinlich nicht nur für Deutschlad greifen. Es gilt die EU-Krise zu bewältigen, die mit den bisherigen Sparmaßnahmen nicht in den Griff bekommen wurde und die globalen Herausforderungen zu meistern – globale Erwärmung, Massenmigration, Welthunger und Ernährung, Export und Produktion aus Ländern wie China, Indien, Brasilien oder Mexiko.

Das waren nur einige Gründe, warum die Wahl wichtig ist, es gibt viele weiter, aber eines steht fest: save the date – 22. September!

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12 Kommentare zu „Meine Gründe wählen zu gehen

  1. „der durch Passivität nicht bewusst protestiert“ – Nicht wählen bedeutet nicht, dass man gegen die derzeit regierende Koalition protestiert. In einer Demokratie nicht zur Wahl zu gehen bedeutet Protest gegen die Demokratie und stärkt nur extreme Parteien auf der Linken und Rechten, die sehr viele ihrer Sympathisanten für die Wahl mobilisieren.

    1. Ich glaube nicht, dass jeder bewusster Nichtwähler gegen die Demokratie protestieren will, sondern zum Ausdruck bringen will, dass er sich nicht in den Programmen wiederfindet. Manchen ist es auch einfach egal.

  2. Liebe Bloggerin,
    Ihre beschriebenen Ideale sind allesamt emotioneller Natur, widersprüchlich und entbehren eine gemeinsame rationale Quelle.
    mit Respekt, es fehlt eine Philosophie, die Ihnen hilft Ihre Werte zu verstehen.
    Grüße

    1. Liebe/r Alphachamber,

      danke für den Kommentar, allerdings weiß ich nicht, warum Emotionalität noch immer als negative Eigenschaft aufgeführt wird, zumal es – wie im Titel und Artikel deutlich wird – sich um rein subjektive Gedanken handelt. Diese müssen meines Erachtens weder systematisiert, noch für jeden nachvollziehbar sein.
      Grüße

      1. Vielen Dank für Ihrer Antwort. Natürlich haben Sie das Recht auf eigene Gedanken.
        Ich freue mich, dass Sie meinem Blog folgen. das Anliegen meiner posts ist es zu erklären, dass es sich auf Dauer nicht ungestraft in beiden Welten (der Gefühle und der Vernunft) leben lässt, weil beide nicht kompatibel sind. Würde mich fruen, wenn Sie in die folgenden Links schauen könnten.
        Zu Ihrer #6.:
        http://liberalerfaschismus.wordpress.com/2013/03/05/homo-adoption-vs-kindeswohl/
        Zu Ihrer #7.:
        http://liberalerfaschismus.wordpress.com/2013/03/09/mindestlohn-sozialer-killer/
        Ich respketiere alle Meinungen und es wäre mir ein Gewinn mit Ihnen darüber zu diskutieren, wenn Sie es gerne möchten.
        Herzliche Grüße.

      2. Ich würde gerne Ihre Perspektive und Argumentation kennenlernen in Bezug auf Emotionalität und Rationalität, daraus kann sich eine spannende Diskussion ergeben, weil ich offensichtlich eine andere Denkart verfolge als Sie es tun.
        Beste Grüße

  3. Hier haben die Leute aus einem weiteren Grund resigniert zu Wahl zu gehen. Und zwar wegen dem Stimmenkauf. Du warst schon mal in Bulgarien, wie soll man damit umgehen, bzw. vorbeugen? In Deutschland werden ja keine Stimmen gekauft, da geht es eher wahrscheinlich um andere Probleme…

    1. Ich bin selbst in Bulgarien geboren und oft im Land (gerade wieder) und ich bin kenne die Probleme im Land. Meiner Meinung nach fehlt es einfach an strengen Kontrollen, strengeren Strafen bei Korruption und Bestechung und gewissenhafte Staatsgewalten, die notfall auch von der EU sanktioniert werden müssen.

  4. @alicegreschkow
    Hallo! Es ist alles eine Sache der richtigen Philosophie. Bitte schauen SIe zunächst in diesen Link: http://liberalerfaschismus.wordpress.com/2013/03/01/vernunft-rationalitat/
    Darin beschrieb ich einige Grundzüge und Sie finden darin Ausgangspunkte für unsere Diskussion. Es geht nicht um Emotionen vs. Vernunft, sondern darum, dass man auf alle wichtigen Entscheidungen Rationalität und Prinzipien anwendet. Sind die Prinzipien und Prämissen korrekt, dann braucht man sie nicht mit Emotionen vermischen oder ersetzen.
    Beste Grüße.

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